Ferien draußen vor der Tür
In drei Tagen sind Sommerferien. Krass. Aufbruchsstimmung, Euphorie und Verlustängste. Werden wir uns noch kennen, wenn wir uns sechs Wochen nicht sehen? Wollen wir uns verabreden? Zwei Wochen können schon sehr lang sein.
Am Freitag ist die School’s-out-Party des Stadtjugendrings. Hier werden junge Menschen aus allen Schulen, inklusive der Berufsschulen und darüber hinaus, ihren vielleicht letzten gemeinsamen Abend für fast zwei Monate feiern. Draußen im Grünen auf der Peißnitzinsel, mit Sport, Spiel und Musik. Richtig fettes Ding! Ich bin gespannt.
Denn es gibt diejenigen, die sich selbst organisieren und in Kontakt bleiben, vielleicht sogar durch ein Engagement verbunden sind. Und andere, die wegfahren. Oder wieder andere, die zwar in der Stadt bleiben, aber ihre Kontakte nicht aufrechterhalten können, weil sie sich nicht trauen, außerhalb der Schule auf Gleichaltrige zuzugehen, oder weil schlicht das Geld fehlt, um beim täglichen Ferienprogramm mitzuhalten – und sei es nur beim Eis oder beim Freibadbesuch. Werden sie da sein?
Und wo liegen die Hürden, wenn es darum geht, Jugendlichen die Schlüssel für selbst verwaltete Räume in die Hand zu drücken? Damit sie selbst Angebote machen oder ihren Interessen nachgehen können, ohne dass das Elternhaus oder die finanziellen Möglichkeiten eine Rolle spielen?
Beispiele gefällig? Die Passage 13 in Halle-Neustadt schenkt jungen Menschen bei einer guten Idee genau dieses Vertrauen: durch eine wöchentliche kostenfreie Raumnutzung, ein kleines Startbudget und eine gute Back-up-Struktur, falls daraus mehr werden soll.
Im mitmischen e. V. engagieren sich Gleichaltrige während und nach der Schulzeit in einem selbst verwalteten Haus, das sie kontinuierlich selbst renovieren. Finanziert wird dies durch niedrigschwellige Angebote oder durch Crowdfunding, das sie selbst organisieren.
In Halle gibt es viele Gruppen, die genau nach solchen Räumen zur Selbstorganisation suchen, weil sie bereits aktiv sind. Genau da setzt die Vision von KUBUS an: mit Raum und Unterstützung bei der Verwirklichung – aber nur bei Bedarf.
Eine Frage – eine Lösung: Wie erreichen wir Jugendliche, die sich noch nicht engagieren? Wie fördern wir den Nachwuchs, der noch nichts von dem Glück weiß, das in Selbstorganisation und Engagement steckt?
Mit dem Zukunftsteam gewinnen wir junge Multiplikator:innen, die sich vorab mit dem VISIONlab und den Räumlichkeiten beschäftigen. Und die idealerweise ihre Peergroups und weitere Interessierte dazuholen. Genau dafür sind die Sommerferien perfekt: raus aus dem Alltag, Raum für Ideen und Suchbewegungen in alle möglichen Richtungen.
Letzte Frage: Wie weit reicht die Stadt der jungen Menschen? Welche Orte werden von jungen Stimmen gefüllt?
Wir haben gleich VISIONlab-Flyer zur Hand, das Wetter wird schön und die Tage sind noch lang: Take back the night – take back the streets.
mg, 30.06.